Mutige Männer mit roten Autos
Es
brennt zwar heute weniger als früher,
doch hat die Feuerwehr Emmen immer noch
alle Hände voll zu tun. In diesem Jahr
feiert sie ihr 175-jähriges Bestehen.
«Die
Feuerwehr ist in der Gemeinde Emmen sehr
populär und erfreut sich in der
Gesellschaft eines grossen Respekts»,
sagt Kommandant Major Patrik Müller
sichtlich stolz. Damit das auch in
Zukunft so bleibt, ist eine gute,
kontinuierliche Rekrutierung des
Nachwuchses unabdingbar. Die meisten
Männer werden intern rekrutiert. Das
heisst innerhalb der Züge. Die
Feuerwehrleute erzählen ihren Kameraden
von ihrem Engagement und können diese
dadurch animieren, auch mitzumachen.
Weiter führt die Feuerwehr verschiedene
Anlässe durch, um sich in der
Öffentlichkeit zu präsentieren und um
nach Nachwuchs Ausschau zu halten. Eine
zusätzliche Variante der Rekrutierung
funktioniert über das Zustellen von
Infobroschüren an alle neuen
Ortsansässigen bis 30 und zu guter Letzt
betreibt auch die Feuerwehr Emmen eine
Homepage. Da kann es auch mal vorkommen,
dass sich während des Jahres der eine
oder andere meldet. Das Konzept scheint
aufzugehen. Mit 133 Eingeteilten
(darunter auch eine Frau) hat die
Feuerwehr Emmen ihren Sollbestand.
Weniger Brände als früher
Trotz
dieser hohen Kapazität an Einsatzkräften
geht der Feuerwehr die Arbeit nicht aus.
Zwar sind aufgrund moderner Technik,
besserer Brandprävention und des
schnelleren Alarmwesens die ganz grossen
Brände über die Jahre weniger geworden,
doch bekämpft die Feuerwehr ja nicht nur
Feuer. Das Einsatzspektrum ist grösser
denn je. Ölverschmutzte Strassen,
Hochwasser und vor allem die
Strassenrettung und die Chemiewehr
gehören auch zu den Tätigkeitsgebieten
der Feuerwehr Emmen. Auf einen
spektakulären Einsatz angesprochen,
erzählt Kommandant Müller: «Der Brand an
der Gerliswilstrasse 100 war sehr
schlimm und hatte gar ein Todesopfer zur
Folge. Solche Momente sind schwierig und
können einen noch lange verfolgen.
Abstriche und Entschädigungen
Wer sich
für einen Beitritt zur Feuerwehr
entscheidet, muss gewisse Abstriche
machen. So kommt es vor, dass die
Feuerwehrleute mitten in der Nacht aus
dem Schlaf gerissen werden, um in den
Einsatz zu gehen. «Da gilt es sofort von
null auf hundert zu schalten und voll
einsatzbereit zu sein», weiss Müller,
der auch Schweizerischer
Feuerwehrinstruktor ist. Klar ist, dass
nebst der Freude am Handwerk und am
Dienst an der Gesellschaft für die
Feuerwehrleute auch andere motivierende
Aspekte im Vordergrund stehen, die sie
für die harte Arbeit entschädigen.
Kameradschaft und allgemein das soziale
Netzwerk seien eminent wichtig und
würden auch abseits des Dienstes sehr
gepflegt. Alljährliches Highlight ist
bei jeder Feuerwehr die Agatha-Feier
(Agatha ist die Schutzpatronin der
Feuerwehr), ein festlicher Anlass der
Wertschätzung.
Dank
an Angehörige
Schliesslich ist es Müller, der schon
seit elf Jahren bei der Feuerwehr ist,
ein grosses Anliegen, den angehörigen
Frauen und Kindern einen grossen Dank
für ihr Verständnis und ihre
Unterstützung auszusprechen. Das ist
mehr als verständlich. Denn
Feuerwehrleute müssen einige Kompromisse
eingehen in ihrem Einsatz für die
Gesellschaft. Bleibt zu hoffen, dass es
auch in Zukunft so viele freiwillige
Feuerwehrleute geben wird, die ihrem
Hobby mit solcher Freude und
Enthusiasmus nachgehen.
Claudio Fenner, emmenmail
Jubiläums-Ausstellung der Feuerwehr Emmen
4. bis
14. Mai 2011
Die Jubiläums-Ausstellung zum
175-jährigen Bestehen der Feuerwehr
Emmen zeigt auf, wie sich die
Feuerwehr Emmen entwickelt hat und
präsentiert verschiedene Materialien,
Einsatzausrüstungen und Fahrzeuge von
früher und heute.
Vor Ort kommt man zudem mit den
Feuerwehrmännern ins Gespräch und
erfährt etwas über das eine oder andere
Ereignis. Zum Abschluss der Ausstellung
stehen am 14. Mai 2011 Oldtimerfahrten
und Fahrzeugdemos im Aussenbereich auf
dem Programm
Aktivitäten zum Jubiläum:
4. bis 14. Mai 2011
Ausstellung im Emmen Center
Mittwoch, 11. Mai 2011:
Kindernachmittag auf dem
Mooshüsli-Parkplatz von 13 bis 17 Uhr
Samstag, 14. Mai 2011:
Mitfahrgelegenheiten im Oldtimer von
9 bis 15 Uhr (Emmen Center)
Aussen-Demo um 10.30 und 14 Uhr (Emmen
Center)